Mit Muskelkraft zur Sahne

HNA – 18.02.2008
Mit Muskelkraft zur Sahne
240 Northeimer Schüler des Gymnasiums Corvinianum besuchen Schulbauernhof
HEVENSEN. Wie wird aus Milch Käse und wie kommt der Zucker aus der Rübe? Diese und weitere spannende Fragen lösten die 240 Fünftklässler des Northeimer Gymnasiums Corvinianum in den vergangenen Tagen beim Besuch des internationalen Schulbauernhofs in Hevensen.
Die Schüler packten kräftig mit an: Zuerst fütterten die Jugendlichen zusammen mit dem landwirtschaftlichen Betriebsleiter Sven Westphal die Kühe, Hühner und Schweine, bevor sie selbst aus Milch Frisch-Käse und Sahne herstellten.
“Einen Liter Milch, 30 Milliliter Buttermilch und neun Tropfen Lab braucht man für den Frischkäse”, sagte Schulbauernhofs-Mitarbeiterin Anja Gehrke. Sie half den Schülern beim Zubereiten. Das Gemisch wurde kurz auf 35 Grad erhitzt und anschließend 30 Minuten in Ruhe gelassen. In der Zwischenzeit zeigte die Mitarbeiterin, wie man mit Muskelkraft aus Rohmilch Frischmilch und Sahne macht. Denn dazu ist eine Zentrifuge nötig, bei der man kräftig kurbeln muss.
Eine zweite Schülergruppe erkundete, wie aus Rüben Zucker gewonnen wird. Dagmar Tempel und Brigitte Kuschmierz zeigten, wie es geht. Beide Lehrerinnen sind tageweise zum Regionalen Umweltbildungszentrum (RUZ) abgeordnet, das mit dem Schulbauernhof kooperiert. So klappt’s mit den Rüben: Sie werden gerieben und erhitzt, bis die Flüssigkeit rausquillt. Wenn die Flüssigkeit verdampft, bleibt Zucker übrig.
Schweinemast
Als weitere Erkenntnis des Tages sahen die Fünftklässler nicht nur den Schulbauernhof mit seinem breiten Aufgabengebiet von Ackerbau und Viehzucht mit verschieden Tierarten, sondern auch noch den Veredelungsbetrieb von Jürgen Ropeter, der in seinem Stall 2000 Schweine mästet.
Das Eintages-Praktikum kam bei den Schülern gut an, zum Beispiel bei Theresa Spiller, die sich am Morgen um die Schafe kümmerte. “Das Einstreuen war toll und ich habe gesehen, wie ein Schaf eine Ohrmarke erhält”, sagte sie begeistert.
Auch Lehrerin Uta Skamel war angetan von der Exkursion. “Wir haben in Bio gerade das Thema Säugetiere, so dass das gut passt”, sagte die Pädagogin. Die Schüler sind der zweite Jahrgang, der den Schulbauernhof besuchte.
“Unser Konzept scheint anzukommen”, sagte Schulbauernhofs-Geschäftsführer Axel Unger, denn “wir sind kein Streichelzoo, sondern ein authentischer Betrieb”. Seit dem Start seiner Einrichtung im Jahr 2004 steigen die Schülerzahlen von Jahr zu Jahr. 2007 besuchten 195 Klassen mit 3500 Schülern den Bauernhof.